Leitfaden für Papageien-Anfänger
Die Entscheidung, einen Papagei als Haustier zu halten, ist aufregend, aber auch eine große Verantwortung. Dieser Leitfaden hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf Ihren neuen gefiederten Mitbewohner.
Die richtige Art wählen
Nicht jeder Papagei passt zu jedem Lebensstil. Überlegen Sie sich folgende Faktoren:
- Platz: Haben Sie genug Raum für einen großen Käfig und Freiflug?
- Lautstärke: Kakadus und Aras sind deutlich lauter als Wellensittiche
- Zeitaufwand: Größere Arten brauchen mehr Aufmerksamkeit
- Budget: Tierarztkosten, Futter und Zubehör summieren sich
- Lebensdauer: Sind Sie bereit für eine jahrzehntelange Verpflichtung?
Empfohlene Anfängerarten
Wellensittiche, Nymphensittiche und Sperlingspapageien sind hervorragende Einsteigerarten. Sie sind robuster, etwas pflegeleichter und verzeihen Anfängerfehler besser als große Arten.
Vor dem Kauf vorbereiten
Richten Sie den Käfig komplett ein, bevor Sie den Vogel nach Hause bringen. Finden Sie einen vogelkundigen Tierarzt in Ihrer Nähe. Lesen Sie mindestens ein gutes Buch über Ihre gewählte Art.
Die ersten Tage
Geben Sie Ihrem neuen Papagei Zeit zum Eingewöhnen. Lassen Sie den Vogel in den ersten 2-3 Tagen in Ruhe im geschlossenen Käfig ankommen und überfordern Sie ihn nicht. Öffnen Sie die Käfigtür erst, wenn der Raum vogelsicher ist und der Vogel ruhiger wirkt. Sprechen Sie sanft, bieten Sie Leckerlis an und drängen Sie keinen Kontakt auf.
Häufig gestellte Fragen
Üblicherweise werden Wellensittiche, Nymphensittiche und Grünwangen-Rotschwanzsittiche empfohlen. Sie sind gesellig, verzeihen Anfängerfehler, sind vergleichsweise leise, und ihre Lebensspanne von 5 bis 30 Jahren ist für die meisten Haushalte eine realistische Verpflichtung.
Neben dem Kaufpreis fallen laufend Kosten für Futter, Ersatzspielzeug, jährliche Tierarztkontrollen und die Käfigpflege an, dazu die Unterbringung, wenn Sie verreisen. Unterschätzt wird vor allem die tierärztliche Notfallversorgung, die mit Diagnostik schon bei einem einzigen Besuch mehrere hundert Euro kosten kann.
Das hängt von Art und Land ab. Die meisten Papageien sind in CITES gelistet, und für Arten aus Anhang I, etwa den Hyazinthara, ist deutlich mehr Papierkram nötig. In der EU bedeutet das für einen gewerblichen Verkauf eine vogelbezogene Bescheinigung nach Artikel 10. Jeder grenzüberschreitende Transport erfordert vorab eingeholte Genehmigungen. Klären Sie das mit Ihrer nationalen CITES-Vollzugsbehörde.
Manche schon, unter Aufsicht. Nymphensittiche und Keilschwanzsittiche sind robust und verspielt. Bedenken Sie, dass ein Papageienbiss die Haut verletzen kann, dass viele Arten laut sind und dass ein für ein Kind gekaufter Vogel meist noch lange lebt, nachdem das Kind ausgezogen ist.
Verzichten Sie schon vor dem Einzug des Vogels auf PTFE-beschichtetes Kochgeschirr, sichern Sie Fenster und Türen, verhängen Sie große Glasflächen, schalten Sie Deckenventilatoren ab, decken Sie offene Wasserbehälter ab, entfernen Sie giftige Pflanzen sowie erreichbares Blei oder Zink und verzichten Sie auf Sprühdosen, Duftkerzen und die Selbstreinigungsfunktion des Backofens.
Ob der Vogel eine Nachzucht mit dokumentierter Herkunft ist, ob er geschlossen beringt oder gechippt ist und die Papiere dazu passen, ob er vollständig entwöhnt ist, was er derzeit frisst, ob er einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt wurde und welche Genehmigungen erforderlich sind. Übernehmen Sie niemals ein nicht entwöhntes Küken, um es selbst von Hand aufzuziehen.
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