Ara-Arten im Vergleich: Welcher Vogel passt zu Ihnen?

Die drei bei uns gehaltenen Ara-Arten unterscheiden sich im Wesen deutlich: Der Gelbbrustara (Ara ararauna) gilt als anpassungsfähigster und gutmütigster Großpapagei für erfahrene Halter. Der Hellrote Ara (Ara macao) ist temperamentvoller, lebhafter und benötigt sehr viel geistige Beschäftigung. Der Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus) ist trotz seiner beeindruckenden Körpergröße von 100 cm berühmt für sein sanftes, sensibles Wesen, stellt jedoch höchste Ansprüche an Platz und Futter.

Die Lautstärke ist das entscheidende Kriterium: Die natürlichen Morgen- und Abendrufe von Großaras tragen über Kilometer weit. Eine Haltung in Mietwohnungen oder Reihenhäusern ist daher ausgeschlossen; erforderlich sind freistehende Häuser mit schallgedämmten Innenräumen oder geräumigen Außenvolieren.

Mindestmaße für Gehege & Volieren

Die Käfiggröße richtet sich nach Flügelspannweite und Schwanzlänge. Der Vogel muss beide Flügel vollständig strecken und schlagen können, ohne an Gitter oder Sitzstangen zu stoßen.

  • Gelbbrustara und Hellroter Ara: Mindestens 120 x 90 x 160 cm Innenmaß; besser sind begehbare Innenvolieren ab 3 x 2 x 2 Metern.
  • Hyazinth-Ara: Mindestens 150 x 100 x 180 cm Gehegegröße mit einer Freiflugstrecke von mindestens 4 bis 5 Metern.
  • Material: Ausschließlich 304-Edelstahl oder massives Schmiedeeisen mit 5 mm Drahtstärke und 2,5 bis 3,8 cm Gitterabstand.
  • Sicherheitsschlösser: Aras knacken einfache Riegel innerhalb von Minuten; zwingend erforderlich sind robuste Bolzen- oder Schwerkraftschlösser.

Besonderheiten der Ara-Ernährung

Im Gegensatz zu kleineren Papageienarten benötigen Aras einen deutlich höheren Anteil an pflanzlichen Fetten. Wilde Hyazinth-Aras ernähren sich fast ausschließlich von harten Palmnüssen (Acuri und Bocaiuva). In Menschenobhut bildet ein Mix aus Bio-Pellets, frischem Gemüse und ganzen Baumnüssen in der Schale (Walnüsse, Paranüsse, Macadamia) die ideale Nahrungsgrundlage.

Das Knacken harter Nussschalen dient zugleich der geistigen Beschäftigung und sorgt für einen natürlichen Abrieb des mächtigen Schnabels.

Artenschutzrechtliche Bestimmungen (CITES & EU-Recht)

Hellrote Aras (Ara macao) und Hyazinth-Aras (Anodorhynchus hyacinthinus) sind nach CITES Anhang I / EU-Anhang A streng geschützt. Jeder kommerzielle Erwerb erfordert eine gelbe EU-Artenschutzbescheinigung nach Art. 10 mit Zuchtring- oder Transpondernummer. Gelbbrustaras (Ara ararauna) sind im Anhang B gelistet und erfordern einen lückenlosen Herkunftsnachweis sowie die Anmeldung bei der Naturschutzbehörde.

Aras in unserem aktuellen Zuchtbestand

Verwandte Pflegeratgeber & Zubehör

Aras: Häufig gestellte Fragen

Bei artgerechter Haltung, gesunder Ernährung und tierärztlicher Vorsorge erreichen Gelbbrustaras und Hellrote Aras 50 bis 60 Jahre, Hyazinth-Aras über 70 Jahre.

Nein. Ihre Kontaktrufe erreichen über 100 Dezibel Lautstärke und sind für Wohnungen mit geteilten Wänden ungeeignet.

Gelbbrustaras lernen oft 15 bis 30 Wörter und Geräusche; ihr Schwerpunkt liegt jedoch in der visuellen und körpersprachlichen Kommunikation.

Für Anhang-A-Arten erhalten Sie die amtliche gelbe EU-Bescheinigung nach Art. 10 im Original; für Anhang-B-Arten den Züchternachweis zur Bestandsanzeige.

Ja, harmonierende Paare derselben Art blühen in geräumigen Volieren auf. Die Vergesellschaftung unterschiedlicher Arten sollte vermieden werden.