Der Weißbauchpapagei (Pionites leucogaster) ist ein kompakter, kräftiger Papagei aus dem südlichen Amazonasbecken, etwa 23 cm lang und rund 140-170 g schwer. Kopf und Nacken sind orange, Rücken und Flügel grün, der Bauch weiß; die Schenkel sind je nach Unterart grün oder gelb. Bei guter Pflege erreicht er häufig 25-30 Jahre, manchmal mehr. Weißbauchpapageien sind bekannt für ihre Energie: Sie hüpfen, rangeln, rollen sich auf den Rücken und spielen fast ununterbrochen. Diese Intensität macht sie aber auch schnappfreudig, laut mit schrillen Pfiffen und Schreien und angriffslustig gegenüber anderen Vögeln. Sie belohnen Halter, die viel Zeit und Humor mitbringen, sind aber eine anspruchsvolle Wahl als erster Papagei oder für Familien mit kleinen Kindern.
Der Weißbauchpapagei lebt im Tieflandregenwald südlich des Amazonas in Brasilien, sein Verbreitungsgebiet reicht nach Westen bis nach Peru und in den Norden Boliviens. Nördlich des Stroms wird er von seinem nahen Verwandten, dem Schwarzkopfpapagei (Pionites melanocephalus), abgelöst. Meist werden drei Unterarten unterschieden, die sich vor allem in der Farbe von Schenkeln und Schwanz unterscheiden. Weißbauchpapageien ziehen in kleinen, lauten Gruppen durch die Baumkronen und fressen Früchte, Samen und Blüten. Das Rangeln, Jagen und ständige Rufen in der Wohnung spiegelt eine sehr soziale Art wider, die den Tag in enger Gemeinschaft verbringt; ein gelangweilter, allein gelassener Weißbauchpapagei wird deshalb schnell zum Problemvogel.
Erwachsene Vögel sind etwa 23 cm lang, haben einen kurzen, gerade abgeschnittenen Schwanz und wiegen ungefähr 140-170 g; für ihre Länge sind sie schwer und muskulös. Bei guter Ernährung und tierärztlicher Betreuung sind 25-30 Jahre realistisch, manche werden älter. Männchen und Weibchen sehen gleich aus, zuverlässig ist nur eine DNA-Geschlechtsbestimmung. Die Farbunterschiede zwischen den Unterarten, grüne oder gelbe Schenkel und grüner oder gelber Schwanz, haben nichts mit dem Geschlecht zu tun, und alle Weißbauchpapageien haben dieselben Haltungsansprüche.
Weißbauchpapageien sind furchtlos, energiegeladen und körperbetont. Sie hüpfen über den Boden, surfen auf Handtüchern, rollen sich auf den Rücken und rangeln mit Spielzeug und Händen. Dabei ist viel Schnabel im Spiel, Zwicken gehört dazu, was sie für Haushalte mit kleinen Kindern wenig geeignet macht. Ihre Stimme besteht aus lauten, schrillen Pfiffen und Schreien; viele lernen Melodien zu pfeifen, nur manche ein paar Wörter. Berüchtigt ist ihre Angriffslust gegenüber anderen Vögeln, auch größeren, deshalb sollten sie sich keinen Raum mit anderen Arten teilen. Sie passen zu aktiven, geduldigen Menschen, die einen komischen, anfassbaren Gefährten suchen, nicht zu Haushalten, die einen ruhigen Vogel, einen Sprecher oder eine gemischte Vogelhaltung wünschen.
Wählen Sie einen Käfig von mindestens 90 x 60 x 100 cm (B x T x H) mit 1,6-1,9 cm Gitterabstand und Draht von etwa 2-3 mm Stärke; dünner Draht und schwache Schweißnähte halten diesem Schnabel nicht lange stand. Die Breite ist wichtiger als die Höhe, denn Weißbauchpapageien hüpfen und flitzen über die Stangen, statt gemächlich zu klettern, und viele spielen auch am Käfigboden, der deshalb sauber und trocken bleiben sollte. Verwenden Sie Edelstahl oder hochwertige Pulverbeschichtung, niemals verzinktes Gitter, und sichern Sie die Türen mit Karabinern. Viele schlafen gern unter einer Abdeckung; ein Schlafhäuschen sollte keine losen Fäden haben und wieder entfernt werden, wenn hormonelles Verhalten auftritt.
In der Natur fressen Weißbauchpapageien viel Obst, Blüten und Samen. In Menschenobhut sollten gute Pellets die Grundlage bilden, dazu reichlich frisches Gemüse wie Paprika, Kürbis, Möhre, Brokkoli und Blattgrün sowie täglich eine maßvolle Portion Obst, etwa Apfel, Granatapfel, Papaya oder Beeren. Weißbauchpapageien sind gierig und füllen sich mit Saaten oder Nüssen, wenn man sie lässt; setzen Sie diese deshalb als Trainingsbelohnung ein. Reichen Sie Frischfutter in Stücken, die sie mit einem Fuß halten und benagen können, und entfernen Sie Reste nach wenigen Stunden, weil feuchtes Futter in warmen Räumen schnell verdirbt. Avocado, Schokolade, Koffein, Alkohol und salzige Speisen sind tabu. Stellen Sie eine flache Badeschale bereit, die meisten baden begeistert.
Weißbauchpapageien brauchen täglich mindestens drei Stunden außerhalb des Käfigs, und zwar durchgehend beaufsichtigt, denn sie geraten zielsicher in Schwierigkeiten: unter Kissen und Decken, wo man sich versehentlich auf sie setzt, in Spalten hinter Möbeln und zu Hunden oder Katzen, die sie ohne Zögern herausfordern. Sorgen Sie für reichlich Spielzeug zum Zerstören, Bälle, Glöckchen und Fußspielzeug, und rechnen Sie damit, es oft zu ersetzen. Ein Handtuch zum Rollen und Rangeln und eine flache Badeschale sind günstige Lieblingsbeschäftigungen. Kurze, häufige Trainingseinheiten bauen Energie gut ab. Zwei Weißbauchpapageien beschäftigen sich meist gegenseitig, sind aber lauter; mit anderen Arten sollten sie nie zusammen gehalten werden.
Pionites leucogaster steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung. Für den Verkauf innerhalb der EU ist keine Bescheinigung nach Artikel 10 erforderlich, der Verkäufer muss aber belegen können, dass der Vogel legal erworben wurde; bewahren Sie diese Unterlagen und die Ringangaben auf. Achten Sie darauf, dass in den Papieren Pionites leucogaster steht: Der Schwarzkopfpapagei (Pionites melanocephalus) ist eine eigene Art, und die Unterlagen müssen zum gelieferten Vogel passen. In Deutschland besteht für viele Arten der Anhänge A und B eine Meldepflicht bei der zuständigen Behörde; fragen Sie vor dem Kauf nach. Bei einer Abgabe gehen die Papiere mit dem Vogel an den neuen Halter.
Weißbauchpapageien lernen begeistert und schnell, haben aber eine kurze Aufmerksamkeitsspanne; viele sehr kurze Einheiten bringen mehr als wenige lange. Zielstab-, Rückruf- und Tricktraining funktionieren gut und sind eher Pflicht als Kür, denn ein Weißbauchpapagei ohne Aufgabe sucht sich selbst eine. Das wichtigste Erziehungsprojekt ist das Zwicken: Schnabelkontakt gehört bei dieser Art zum normalen Spiel und ist keine Aggression. Weniger wird er, wenn Sie ihn auf Spielzeug umlenken, die Hand bei einem Zwicken nicht ruckartig zurückziehen, weil das ihn belohnt, und sanften Kontakt konsequent belohnen. Rechnen Sie damit, dass das Monate dauert.
Weißbauchpapageien sind anfällig für die Schnabel- und Federkrankheit (PBFD) und die Drüsenmagendilatation (PDD, ausgelöst durch aviäre Bornaviren); neue Vögel gehören daher 30-45 Tage in einem separaten Raum in Quarantäne, verbunden mit tierärztlichen Untersuchungen. Ihr wildes Spiel führt vergleichsweise oft zu Verletzungen: abgebrochene Blutkiele, eingeklemmte Zehen, Stürze. Ein Blutkiel, der weiter blutet, oder jede Bisswunde durch einen anderen Vogel gehört umgehend zum vogelkundigen Tierarzt; bei Streit mit anderen Arten verletzen Weißbauchpapageien andere und sich selbst oft schwer. Sie fressen mit großem Appetit und nehmen leicht zu, wiegen Sie daher wöchentlich auf einer Grammwaage. Entfernen Sie Gefahrenquellen wie ausgefranste Seile und lose Fäden und planen Sie eine jährliche Untersuchung mit regelmäßigen Blutkontrollen ein.
Mit Pellets und Gemüse, sicherem, beaufsichtigtem Spiel und regelmäßiger vogelkundiger Tierarztbetreuung werden Weißbauchpapageien häufig 25-30 Jahre alt, manche älter. Unfälle sind für sie eine größere Gefahr als für viele andere Papageien, weil sie so wild spielen: Man setzt sich versehentlich auf sie, sie klemmen sich in Spalten ein oder werden von anderen Tieren verletzt. Aufsicht beim Freiflug zählt deshalb ebenso viel wie die Ernährung.
Für ihre Größe sind sie laut, mit schrillen Pfiffen und scharfen Schreien, vor allem in Aufregung oder wenn sie Aufmerksamkeit einfordern. Sie pfeifen meist besser, als sie sprechen: Viele ahmen Melodien und Haushaltsgeräusche nach, nur manche lernen ein paar Wörter, oft undeutlich. Wer einen Sprecher oder einen ruhigen Vogel sucht, ist mit einem Weißbauchpapagei falsch beraten; man hält ihn wegen seiner Spielfreude und seines Charakters.
Meist nicht. Die Größe ist zwar überschaubar, doch sie zwicken beim Spielen häufig, brauchen täglich Stunden beaufsichtigter Beschäftigung und sind zu ungestüm, als dass kleine Kinder sicher mit ihnen umgehen könnten. Erstbesitzer, die viel zu Hause sind, einen sehr aktiven Vogel wollen und sich auf monatelanges geduldiges Training gegen das Zwicken einlassen, können es schaffen; den meisten Anfängern ist mit einer ruhigeren Art besser gedient.
Mindestens 90 x 60 x 100 cm (B x T x H) mit 1,6-1,9 cm Gitterabstand und stabilem, nicht verzinktem Draht von etwa 2-3 mm Stärke. Ein breiter Käfig nützt mehr als ein hoher, weil Weißbauchpapageien hüpfen und flitzen, statt langsam zu klettern. Sichern Sie die Türen, halten Sie den Boden für das Bodenspiel sauber und bestücken Sie den Käfig mit Spielzeug, das zerstört werden darf.
Mit anderen Arten nicht. Weißbauchpapageien sind dafür bekannt, andere Vögel anzugreifen, auch deutlich größere Papageien, und können schwere Verletzungen an Füßen, Schnabel und Augen verursachen. Zwei sorgfältig zusammengeführte Weißbauchpapageien verstehen sich dagegen oft gut und spielen miteinander, sind aber lauter. Leben weitere Vögel im Haushalt, halten Sie sie in getrennten Käfigen und lassen Sie sie nur getrennt und beaufsichtigt frei.