Der Nymphensittich (Nymphicus hollandicus) ist ein kleiner Vertreter der Kakadus mit aufstellbarer Haube. Er stammt aus dem Inneren Australiens und gehört zu den am häufigsten gehaltenen Heimvögeln. Erwachsene Tiere messen 30-33 cm, davon etwa die Hälfte Schwanz, und wiegen rund 80-110 g. Bei guter Pflege werden sie häufig 15-20 Jahre alt, manche 25. Drei Dinge prägen das Zusammenleben: ein sanftes, selten aggressives Wesen, das ihn zu einem der wenigen Papageien macht, die sich wirklich für Einsteiger eignen, ein starkes Bedürfnis nach Gesellschaft, am besten durch einen Artgenossen, und spürbarer Staub durch Puderdunen. Hähne pfeifen deutlich mehr, Hennen sind meist ruhiger. Die Art ist vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen ausgenommen.
Wilde Nymphensittiche leben in weiten Teilen des australischen Festlands, vor allem in offenem, trockenem Land wie Grasland, Buschland und lichter Baumsavanne, meist in erreichbarer Nähe zu Wasser. Sie sind Nomaden und ziehen in Schwärmen dem Regen und reifenden Gräsern nach; ihre Nahrung, vor allem kleine Samen von Gräsern und Kräutern, suchen sie überwiegend am Boden. Das graue Gefieder tarnt sie auf abgestorbenen Ästen und trockenem Boden, und bei Gefahr fliegt der ganze Schwarm gleichzeitig auf. Das erklärt zweierlei bei Heimvögeln: Sie fühlen sich in Gesellschaft am sichersten und sind allein unruhig, und ihr Instinkt treibt sie bei plötzlicher Bewegung zur Flucht, die Wurzel der Nachtpanik.
Erwachsene Tiere messen 30-33 cm, etwa die Hälfte davon Schwanz, und wiegen rund 80-110 g. Bei der grauen Wildform haben erwachsene Hähne ein leuchtend gelbes Gesicht und einen orangefarbenen Wangenfleck, Hennen ein graueres Gesicht, feine gelbe Querbänderung unter dem Schwanz und Punkte auf der Unterseite der Schwungfedern. Jungvögel sehen bis zur ersten Mauser mit etwa sechs bis neun Monaten alle wie Hennen aus. Bei Farbschlägen wie Lutino, Schecke, Perl oder Weißkopf ist die Bestimmung nach dem Aussehen unsicher, eine DNA-Geschlechtsbestimmung hilft. Gut gehaltene Nymphensittiche werden häufig 15-20 Jahre alt, manche über 25.
Nymphensittiche gehören zu den sanftesten Papageien: Bisse sind selten und im Vergleich zu den meisten Arten schwach, und ein zahmer Vogel sitzt gern lange auf der Schulter. Die Lautstärke ist mäßig. Es gibt einen sich wiederholenden Kontaktruf, besonders wenn der Vogel seine Menschen nicht sieht, und Hähne pfeifen mitunter ausdauernd, doch die Lautstärke liegt weit unter der von Keilschwanzsittichen oder Kakadus und ist in einer Wohnung meist vertretbar. Er passt zu Einsteigern, Familien mit älteren Kindern und ruhigeren Haushalten. Nicht geeignet ist er für Menschen, die einen sprechenden Vogel wollen, für Asthmatiker oder starke Stauballergiker und für Haushalte, die einen einzelnen Nymphensittich den ganzen Tag allein lassen. Oft ist ein Paar die tierfreundlichere Wahl.
Für ein bis zwei Vögel sollte der Käfig mindestens etwa 80 x 50 x 80 cm (B x T x H) messen, wobei die Breite wichtiger ist als die Höhe, weil Nymphensittiche waagerecht fliegen. Der Gitterabstand sollte 1,2-1,5 cm betragen, die Drahtstärke etwa 2 mm; bei größeren Abständen kann der Kopf stecken bleiben. Stellen Sie den Käfig an eine Wand mit einer teilweise geschützten Ecke, nicht frei in den Raum, und fern von Küchendämpfen und Zugluft. Ein schwaches Nachtlicht und ein Raum ohne Lichtblitze oder Scheinwerferlicht vorbeifahrender Autos verringern Nachtpanik. Überladen Sie den Käfig nicht mit Spielzeug, der Vogel muss die Flügel öffnen können. Täglicher Freiflug in einem vogelsicheren Raum ist unverzichtbar.
Nymphensittiche haben sich auf kleine Grassamen spezialisiert und fressen am liebsten nichts anderes. Genau das ist bei vielen Heimvögeln die Ursache für Übergewicht, Fettleber und schlechtes Gefieder. Grundlage sollte ein feines Pelletfutter mit einer kleinen, abgemessenen Menge hochwertiger Kleinsaatenmischung sein. Stellen Sie reine Körnerfresser nur schrittweise und unter Gewichtskontrolle um, manche hungern lieber, als Neues zu probieren. Täglich gehören Grünfutter und Gemüse dazu, etwa Blattgemüse, geraspelte Möhre, Brokkoli und Vogelmiere, außerdem Keimsaat und halbreife Grassamen. Sonnenblumenkerne und Kolbenhirse gibt es nur als kleine Belohnung. Eine Sepiaschale liefert Kalzium, besonders für Hennen. Avocado, Schokolade, Koffein, Alkohol und salzige Speisen sind tabu.
Ein einzeln gehaltener Nymphensittich braucht viel Gesellschaft: Planen Sie täglich mindestens zwei bis drei Stunden Zuwendung und Freiflug ein, oder besser, halten Sie zwei Vögel, die sich gegenseitig beschäftigen, während Sie außer Haus sind. Ein Paar ist mitunter etwas weniger auf Sie fixiert, doch ein einsamer Einzelvogel ist schlechter dran. Nymphensittiche nagen weniger zerstörerisch als größere Papageien, brauchen aber trotzdem etwas zum Zerpflücken: Papier, Karton, Kolbenhirse im Halter, weiches Balsa- oder Weidenholz und frische Zweige. Viele suchen gern auf einer Schale mit reifenden Grasrispen am Boden nach Futter, wie in der Natur. Die meisten mögen eine sanfte Sprühdusche. Tauschen Sie Spielzeug wöchentlich und halten Sie den Käfig übersichtlich.
Der Nymphensittich (Nymphicus hollandicus) gehört zu den wenigen Papageien, die ausdrücklich von den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) ausgenommen sind, und er ist in keinem Anhang der EU-Artenschutzverordnung gelistet. Für Kauf und Verkauf in der EU sind weder eine Artikel-10-Bescheinigung noch CITES-Papiere nötig. Da Australien keine heimischen Vögel kommerziell ausführt, stammen europäische Nymphensittiche aus seit vielen Generationen gezüchteten Linien. Allgemeine Tierschutz-, Gesundheits- und Transportvorschriften gelten dennoch, und manche Länder oder Regionen haben eigene Haltungsregeln, etwa zur Beringung oder zu Mindestkäfiggrößen. Prüfen Sie die örtlichen Vorschriften und bewahren Sie Ringnummer und Kaufbelege auf.
Nymphensittiche werden leicht zahm und eignen sich hervorragend, um Vogeltraining zu lernen. Aufsteigen, Zielstabtraining und Heranfliegen auf Zuruf gelingen schnell mit etwas Kolbenhirse als Belohnung, und viele Hähne lernen, eine Melodie auf Signal zu pfeifen. Halten Sie die Einheiten kurz, wenige Minuten genügen. Nymphensittiche sind Fluchttiere mit starker Schreckreaktion: Nähern Sie sich ruhig und seitlich, nie von oben, und greifen oder jagen Sie den Vogel niemals. Ein Nymphensittich, der gelernt hat, dass Hände sicher sind, bleibt meist ein Leben lang zahm. Das Sprechen ist begrenzt; manche Hähne lernen einige Wörter, ihre Stärke ist aber das Pfeifen. Üben Sie früh das Aufsteigen auf die Waage, damit das wöchentliche Wiegen stressfrei bleibt.
Übergewicht und Fettleber durch reines Körnerfutter sind die häufigsten vermeidbaren Ursachen eines frühen Todes. Dauerlegen und Legenot sind bei Hennen häufig, wenn lange Tageslichtphasen, reichhaltiges Futter, nestähnliche Verstecke und Streicheln am Körper zusammenkommen; eine Henne kann Gelege um Gelege produzieren und ihre Kalziumreserven erschöpfen, auch ohne Hahn. Nachtpanik, plötzliches Toben im Dunkeln, führt zu abgebrochenen Blutfedern und anderen Verletzungen. Ein schwaches Nachtlicht hilft, starke Blutungen gehören sofort in tierärztliche Hände. Nymphensittiche bilden viel Puderdunenstaub, was für Asthmatiker wichtig ist. Psittakose (Chlamydia psittaci) kommt vor und ist auf den Menschen übertragbar. Wiegen Sie wöchentlich auf einer Grammwaage und gehen Sie bei jeder Veränderung zum vogelkundigen Tierarzt.
Gut gehaltene Nymphensittiche werden häufig 15-20 Jahre alt, manche 25 und älter. Viele sterben deutlich früher, etwa durch reines Körnerfutter mit Übergewicht und Fettleber, durch Dauerlegen bei Hennen oder durch Unfälle beim Freiflug in der Wohnung. Pellets mit täglichem Grünfutter, wöchentliches Wiegen, ein sicherer Flugraum und eine jährliche Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt machen den größten Unterschied.
Nymphensittiche pfeifen besser, als sie sprechen. Viele Hähne lernen Melodien und einige Wörter, meist mit leiser, etwas schnarrender Stimme; Hennen sprechen selten und pfeifen weniger. Die Lautstärke ist mäßig: Es gibt einen sich wiederholenden Kontaktruf, besonders wenn der Vogel allein im Raum ist, doch er liegt weit unter der Lautstärke von Keilschwanzsittichen oder Kakadus. Die meisten Nymphensittiche lassen sich in einer Wohnung halten.
Ja, der Nymphensittich ist einer der wenigen Papageien, die man Einsteigern guten Gewissens empfehlen kann. Er ist sanft, beißt selten und schwach, wird leicht zahm und ist nicht sehr laut. Trotzdem sollten Anfänger mit 15-20 Jahren Pflege rechnen, mit täglicher Zuwendung oder einem zweiten Vogel als Gesellschaft, mit regelmäßigem Putzen wegen des Puderdunenstaubs und mit Tierarztkosten. Für Asthmatiker ist er keine gute Wahl.
Für ein bis zwei Nymphensittiche sollte der Käfig mindestens 80 x 50 x 80 cm (B x T x H) groß sein, mit 1,2-1,5 cm Gitterabstand und etwa 2 mm Drahtstärke. Die Breite ist wichtiger als die Höhe, weil die Vögel waagerecht fliegen. Stellen Sie ihn an eine Wand, nutzen Sie ein schwaches Nachtlicht gegen Nachtpanik und ermöglichen Sie täglich Freiflug in einem vogelsicheren Raum.
Nachtpanik ist ein plötzlicher Schreck im Dunkeln, bei dem ein Nymphensittich im Käfig herumtobt. Sie ist wegen des starken Fluchtreflexes typisch für diese Art. Häufige Auslöser sind Scheinwerferlicht, Geräusche, Erschütterungen oder eine Katze im Raum. Abgebrochene Blutfedern können stark bluten. Ein schwaches Nachtlicht, ein teilweise abgedeckter Käfig und ein ruhiger Raum helfen. Blutet der Vogel oder wirkt er verletzt, wenden Sie sich umgehend an einen vogelkundigen Tierarzt.