Der Edelpapagei (Eclectus roratus im traditionellen weiten Sinn; manche Fachleute teilen ihn heute in mehrere Arten auf) stammt aus Neuguinea, von den Molukken, den Salomonen und aus dem äußersten Norden Australiens. Erwachsene Vögel sind je nach Unterart etwa 35-42 cm lang, wiegen rund 350-550 g und werden häufig 30-40 Jahre alt. Kaum ein anderer Papagei zeigt so auffällige Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern: Hähne sind leuchtend grün, Hennen rot mit Blau oder Violett. Angeboten wird hier ein Paar aus Hahn und Henne. Wer ein Paar hält, muss mit hormonell bedingtem Verhalten, einer oft dominanten Henne und möglichem Brutgeschehen rechnen, und das bei einer Ernährung, die überwiegend auf frischem Gemüse und Obst beruht.
Edelpapageien leben in Tieflandregenwäldern und an Waldrändern auf Neuguinea, den Molukken, den Salomonen, Sumba, den Tanimbar-Inseln und an der Spitze der Kap-York-Halbinsel in Australien. Ihr Brutsystem ist ungewöhnlich. Geeignete Bruthöhlen hoch in großen Urwaldbäumen sind knapp, und eine Henne verbringt oft den größten Teil des Jahres an oder nahe ihrer Höhle und verteidigt sie gegen andere Weibchen. Die Hähne streifen zur Futtersuche weit umher und versorgen die Henne, die mitunter von mehreren Hähnen gefüttert wird. Das erklärt, warum Hennen in Menschenobhut oft revierbezogen und auf Nistplätze fixiert sind und Hähne meist das umgänglichere Geschlecht sind.
Erwachsene Vögel messen je nach Unterart etwa 35-42 cm und wiegen rund 350-550 g. Hähne sind leuchtend grün mit roten Flanken und Unterflügeln und einem orange-gelben Oberschnabel. Hennen sind rot, je nach Unterart mit Blau oder Violett an Brust, Bauch oder Rücken, und haben einen schwarzen Schnabel. Die Unterschiede sind so groß, dass die Geschlechter früher als verschiedene Arten beschrieben wurden. Einen DNA-Test braucht es nicht: Die Farbe zeigt sich, sobald im Nest die ersten Federn sprießen. Für gut gehaltene Vögel werden häufig 30-40 Jahre genannt. Bei einem Paar planen Sie also für zwei lange Leben.
Edelpapageien sind meist ruhig und aufmerksam statt überdreht, leise sind sie aber nicht: Beide Geschlechter haben raue, laute Rufe, besonders morgens und abends. Viele lernen deutlich zu sprechen, paarweise gehaltene Vögel sprechen jedoch meist weniger und bleiben weniger auf den Menschen bezogen als Einzeltiere. Hennen sind in der Regel durchsetzungsstärker und revierbezogener, vor allem an vermeintlichen Nistplätzen, und können beißen; Hähne sind meist sanfter, werden aber mitunter von der Henne bedrängt. Ungeeignet ist ein Paar für Wohnungen mit nahen Nachbarn, für Menschen, die einen verschmusten Einzelvogel suchen, für Haushalte, die nicht täglich viel Frischfutter bereitstellen können, und für alle, die sich nicht mit Brutverhalten befassen wollen.
Für ein Paar gilt ein Innengehege von 200 x 100 x 180 cm (B x T x H) als Minimum; besser ist eine Voliere von mindestens 3 m Länge mit frostfreiem Schutzraum, denn Edelpapageien fliegen gut und müssen einander aus dem Weg gehen können, wenn die Henne hormonell in Stimmung ist. Wählen Sie 2-2,5 cm Stababstand und mindestens 3 mm Drahtstärke, niemals verzinktes Gitter. Richten Sie mindestens zwei getrennte Futter- und Wasserstellen und mehrere Sitzbereiche auf ähnlicher Höhe ein, damit die Henne den Zugang zum Futter nicht kontrollieren kann. Bringen Sie keinen Nistkasten und keine dunklen Höhlen an, wenn Sie nicht züchten wollen. In Deutschland sollten Sie zudem das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu den Mindestanforderungen an die Papageienhaltung heranziehen.
Edelpapageien werden traditionell mit mehr Frischkost gefüttert als die meisten anderen Papageien. Eine bewährte Grundlage ist eine große tägliche Portion Gemüse und Obst, etwa Süßkartoffel, Möhre, rote Paprika, Kürbis, Brokkoli, Blattgrün, Granatapfel, Papaya und Mango, dazu gekeimte Saaten oder Hülsenfrüchte und etwas gegartes Getreide. Pelletfutter kann einen kleineren Anteil ausmachen; viele Halter wählen Sorten ohne oder mit geringer Vitaminanreicherung und ohne Farbstoffe. Trockene Körnermischungen und fettreiche Nüsse sollten begrenzt bleiben. Geben Sie keine Vitamin- oder Mineralstoffpräparate, außer ein vogelkundiger Tierarzt verordnet sie, denn Überversorgung wird bei dieser Gattung häufig mit Problemen in Verbindung gebracht. Bieten Sie Frischfutter zweimal täglich an und entfernen Sie Reste, bevor sie verderben.
Ein Paar leistet sich gegenseitig Gesellschaft, die Arbeit wird dadurch aber nicht weniger. Ermöglichen Sie täglich mehrere Stunden Flug, in der Voliere oder beaufsichtigt in einem vogelsicheren Zimmer, und planen Sie Zeit ein, um zweimal täglich Frischfutter zuzubereiten und zu putzen, denn Frischkost führt zu feuchterem Kot. Bieten Sie weiches Nageholz, Palmblätter und Futtersuchschalen an, die beide Vögel ohne Konkurrenz nutzen können. Beobachten Sie das Paar jeden Tag: Anhaltendes Jagen, ein Hahn, der von Futter oder Sitzplätzen ferngehalten wird, oder Federschäden bei einem der Vögel bedeuten, dass die Haltung angepasst werden muss. Kurze Einzeleinheiten mit jedem Vogel halten beide für den Tierarztbesuch handhabbar.
Eclectus roratus steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97. Für Kauf und Verkauf innerhalb der EU ist keine Bescheinigung nach Artikel 10 nötig, doch jeder Vogel sollte mit einem schriftlichen Nachweis der legalen Herkunft samt individueller Ring- oder Chipnummer übergeben werden. Bewahren Sie diese Unterlagen für beide Vögel auf. Für Ein- und Ausfuhr über die EU-Grenze sind CITES-Genehmigungen erforderlich. In Deutschland müssen viele besonders geschützte Arten bei der zuständigen Naturschutzbehörde angemeldet werden; fragen Sie dort nach, ob das für Sie zutrifft. Brütet das Paar, benötigen auch die Jungvögel vor der Abgabe einen Herkunftsnachweis und gegebenenfalls eine Kennzeichnung.
Edelpapageien sind ruhig, gut über Futter zu motivieren und sprechen auf positive Verstärkung an, arbeiten aber bedächtiger als viele andere Papageien und mögen es nicht, gedrängt zu werden. Trainieren Sie bei einem Paar jeden Vogel einzeln und kurz, am besten ohne dass der Partner zusieht, damit die Henne weder den Hahn noch das Futter verteidigt. Zielstabtraining und feste Plätze lohnen sich ebenso wie Übungen für die tierärztliche Versorgung, etwa freiwillig auf die Waage steigen und den Fuß zeigen, denn jahrzehntelange Betreuung ist mit Vögeln, die nicht festgehalten werden müssen, viel einfacher. Streicheln Sie nicht über den Körper, vor allem nicht bei der Henne, weil das Brutverhalten auslöst. Ein verpaartes Paar konzentriert sich meist stärker aufeinander als auf Sie.
Zehenzucken und Flügelzucken werden bei Edelpapageien häufig beschrieben und von vogelkundigen Tierärzten oft mit stark angereichertem Futter und Vitaminzusätzen in Verbindung gebracht; überprüfen Sie in diesem Fall die Ernährung gemeinsam mit dem Tierarzt, statt etwas hinzuzufügen. Bei einem Paar stehen Fortpflanzungserkrankungen der Henne im Vordergrund: Dauerlegen, Legenot und Folgeerkrankungen treten bei langen Tagen, gehaltvollem Futter und nestähnlichen Nischen auf. Federschäden bei einem der Vögel gehören immer tierärztlich abgeklärt, die Ursachen reichen von Ernährung über Hormone bis zur Haltung. Bei zu trockener Aufzucht können Küken Einschnürungen an den Zehen entwickeln. Neue Vögel gehören für 30-45 Tage in Quarantäne mit Untersuchung auf PBFD, Aviäres Bornavirus und Chlamydien. Wiegen Sie beide Vögel wöchentlich und lassen Sie sie jährlich untersuchen.
Gut gehaltene Edelpapageien werden häufig 30-40 Jahre alt, manche älter. Bei einem Paar sind das zwei Vögel, die jeweils Jahrzehnte leben können, und eine Paarbindung lässt sich nicht einfach ersetzen, wenn ein Partner stirbt. Regeln Sie die langfristige Versorgung schriftlich. Ernährung und frühzeitige tierärztliche Hilfe bei Fortpflanzungsproblemen der Henne beeinflussen die Lebensdauer erheblich.
Für zwei Vögel mindestens 200 x 100 x 180 cm (B x T x H) mit 2-2,5 cm Stababstand und mindestens 3 mm Drahtstärke. Besser ist eine Voliere von mindestens 3 m Länge mit frostfreiem Schutzraum. Richten Sie zwei getrennte Futterstellen und viele Sitzplätze ein, damit die Henne dem Hahn den Weg zum Futter nicht versperren kann, und verzichten Sie auf verzinktes Gitter.
Sie sind ruhiger als viele andere Papageien, haben aber raue, laute Rufe, besonders morgens und abends, und passen nicht in hellhörige Wohnungen. Viele einzeln gehaltene Edelpapageien sprechen deutlich. Paarweise gehaltene Vögel sprechen meist weniger und konzentrieren sich aufeinander, was natürlich ist und kein Versäumnis des Halters. Entscheiden Sie sich für ein Paar wegen der Gesellschaft, die sich die Vögel gegenseitig bieten, nicht wegen des Sprechens.
Nicht als erste Papageien. Ein Paar braucht ein großes Gehege, zweimal täglich zubereitete Frischkost, einen umsichtigen Umgang mit dem hormonellen und revierbezogenen Verhalten der Henne und eine klare Entscheidung, ob gezüchtet werden soll. Halter mit Papageienerfahrung und einer realistischen Vorstellung vom täglichen Aufwand haben deutlich bessere Voraussetzungen, ein Paar erfolgreich zu halten.
Sie verpaaren sich meist und versuchen nach Erreichen der Geschlechtsreife zu brüten. Hennen werden oft revierbezogen und bedrängen oder jagen den Hahn, besonders in der Nähe nistplatzähnlicher Orte. Wenn Sie nicht züchten möchten, verzichten Sie auf einen Nistkasten und dunkle Verstecke, halten Sie die Tageslänge moderat und achten Sie darauf, dass der Hahn ans Futter kommt. Wer züchtet, übernimmt Verantwortung für Aufzucht, Papiere und passende neue Halter.