Die Venezuela-Amazone (Amazona amazonica), auch Orangeflügelamazone genannt, ist eine mittelgroße Amazone aus dem nördlichen Südamerika. Erkennbar ist sie an den orangefarbenen Federn in Flügel und Schwanz, blauen und gelben Gesichtsfeldern und einem hornfarbenen Schnabel mit dunkler Spitze. Häufig wird sie mit der Blaustirnamazone verwechselt, die rote Flügelspiegel und einen dunklen Schnabel hat. Erwachsene Vögel sind etwa 31 bis 33 cm groß, wiegen rund 300 bis 450 g und werden oft 35 bis 50 Jahre alt. Wer sie hält, bekommt einen sprachbegabten Vogel mit schrillem, weit tragendem Ruf, besonders in der Abenddämmerung, dazu eine deutliche Neigung zu Übergewicht und hormonelle Launen im Frühjahr. Sie steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung.
Die Venezuela-Amazone hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Amazonen: von Kolumbien, Venezuela, Trinidad und Tobago und den Guayanas südwärts durch das Amazonasbecken bis nach Peru, Bolivien und in weite Teile Brasiliens. Sie lebt an Waldrändern im Tiefland, in Galeriewäldern entlang von Flüssen, in Mangroven, Palmsümpfen und Plantagen und kommt gut mit Kulturland zurecht. Außerhalb der Brutzeit bildet sie große Schlafgemeinschaften, und die lauten abendlichen Flüge dorthin sind in Teilen Trinidads und Venezuelas ein vertrauter Anblick. Paare bleiben auch im Schwarm zusammen. Weil sie Obstkulturen plündert, gilt sie mancherorts als Schädling. Insgesamt ist die Art noch häufig und wird als nicht gefährdet eingestuft.
Erwachsene Tiere sind etwa 31 bis 33 cm groß und wiegen meist rund 300 bis 450 g, also deutlich weniger als Blaustirn- oder Gelbnackenamazonen. Typisch sind orangefarbene Federn im Flügelspiegel und an der Schwanzbasis, ein blaues Band über den Augen, Gelb an Scheitel und Wangen sowie ein hornfarbener Oberschnabel, der zur Spitze hin dunkler wird. Wie viel Gelb und Blau ein Vogel zeigt, ist individuell verschieden. Die Geschlechter sehen gleich aus, sicher bestimmen lässt sich das Geschlecht nur per DNA-Test oder Endoskopie. Jungvögel haben eine dunklere Iris als Altvögel. Bei guter Ernährung sind 35 bis 50 Jahre realistisch, gut gehaltene Vögel werden mitunter älter.
Venezuela-Amazonen sind lebhaft, verspielt und meist gute Sprecher, erreichen aber selten Wortschatz und Klarheit einer Gelbnackenamazone. Ihre natürlichen Rufe sind rau und hoch, und ein tägliches Rufkonzert um den Sonnenuntergang ist typisch für die Art. Sie als leise zu bezeichnen, wäre irreführend. Viele sind anhänglich, können aber in der hormonellen Phase im Frühjahr zwicken, und manche binden sich stark an eine einzige Person. Sie passen zu aktiven Haushalten, die Lärm aushalten und konsequent mit dem Vogel umgehen. Schlecht geeignet sind sie für Wohnungen mit gemeinsamen Wänden, Menschen mit langen Arbeitstagen und alle, die einen verschmusten, stillen Vogel erwarten. Für gut vorbereitete Neulinge sind sie leichter zu führen als ein großer Ara oder Kakadu.
Eine einzelne Venezuela-Amazone braucht einen Käfig von mindestens 90 x 60 x 120 cm (B x T x H) mit 1,9 bis 2,5 cm Gitterabstand. Für diese leichtere Amazone genügt eine Drahtstärke von etwa 2 bis 3 mm, am besten aus Edelstahl oder hochwertig pulverbeschichtet statt verzinkt. Waagerechte Stäbe an mindestens zwei Seiten erleichtern das Klettern. Statten Sie den Käfig mit Naturästen unterschiedlicher Stärke aus, nicht nur mit glatten Rundhölzern. Ein Freisitz außerhalb des Käfigs dient als zweiter Standort beim Freiflug. Stellen Sie den Käfig nicht in die Küche, wo Dämpfe von überhitztem antihaftbeschichtetem Geschirr tödlich sind, und nicht in Zugluft. Ein fester Tag-Nacht-Rhythmus dämpft hormonelles Verhalten.
In freier Natur fressen Venezuela-Amazonen Früchte, Samen und Blüten, darunter Palmfrüchte, und legen täglich weite Strecken zwischen ihren Futterplätzen zurück. In der Wohnung verbrauchen sie viel weniger Energie, eine Körnermischung führt daher schnell zu Übergewicht und Vitamin-A-Mangel. Grundlage sollte ein hochwertiges Pelletfutter sein, etwa 60 bis 70 Prozent, ergänzt durch reichlich Gemüse wie Möhre, rote Paprika, Brokkoli, gegarte Süßkartoffel und Blattgemüse. Obst gibt es wegen des Zuckers nur sparsam, Saaten und Nüsse werden als Belohnung im Training angerechnet. Gekochte Hülsenfrüchte oder Vollkorngetreide sorgen für Abwechslung. Avocado, Schokolade, Koffein, Alkohol und Salziges sind tabu. Wiegen Sie wöchentlich, denn schon 20 bis 30 g Zunahme sind bei dieser Größe bedeutsam.
Die Venezuela-Amazone ist ein Schwarmvogel, der ständig ruft, um Kontakt zu halten. Ein Vogel, der den größten Teil des Tages allein ist, schreit daher häufig oder entwickelt Verhaltensstörungen. Planen Sie täglich mindestens drei Stunden Freiflug ein und leisten Sie ihm auch sonst möglichst oft Gesellschaft. Lassen Sie ihn in einem vogelsicheren Raum fliegen und bieten Sie Leitern, Seile und Schaukeln zum Klettern. Venezuela-Amazonen nagen gern: Balsa, Kiefer, Karton und unbehandelte Weide lassen sich leicht ersetzen. Beschäftigungsspielzeug, in Papier gewickeltes Futter und ganze Gemüsestücke zum Zerlegen machen das Fressen zur Arbeit. Die meisten lieben zwei- bis dreimal pro Woche eine Dusche. Ein Artgenosse kann helfen, wenn Sie oft außer Haus sind; gewöhnen Sie die Vögel aber langsam aneinander.
Die Venezuela-Amazone steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97. Anders als bei Arten des Anhangs A ist für den Verkauf innerhalb der EU keine Artikel-10-Bescheinigung nötig, der Verkäufer muss aber belegen können, dass der Vogel legal erworben wurde, etwa durch Zuchtunterlagen, einen früheren Kaufvertrag oder Einfuhrpapiere. Bewahren Sie alle Unterlagen auf und vermerken Sie darauf die Ring- oder Mikrochipnummer. Seit 2007 erlaubt die EU keine Einfuhr wild gefangener Vögel für den Heimtierhandel mehr. In Deutschland ist die Haltung geschützter Arten in der Regel der zuständigen Naturschutzbehörde anzuzeigen; erkundigen Sie sich dort nach den aktuellen Vorgaben.
Venezuela-Amazonen sprechen gut auf positive Verstärkung an und gelten als nachsichtiger gegenüber Fehlern des Halters als Graupapageien oder Kakadus. Bauen Sie Aufsteigen, Platzgehen und Zielstabübungen früh auf, halten Sie die Einheiten kurz und belohnen Sie mit einem abgemessenen Teil der täglichen Nussration. Das laute Rufen in der Abenddämmerung ist normal, Schreien nach Aufmerksamkeit dagegen erlernt: Belohnen Sie ruhiges Sprechen oder Pfeifen und eilen Sie nicht herbei, sobald der Vogel schreit. Kraulen Sie nur Kopf und Nacken. Lernen Sie die Warnsignale, also verengte Pupillen, gefächerten Schwanz und aufgestellte Nackenfedern, und hören Sie auf, bevor der Vogel beißt.
Übergewicht und Fettleber sind bei dieser Art wie in der ganzen Gattung die häufigsten vermeidbaren Probleme, gefolgt von Vitamin-A-Mangel bei körnerlastiger Fütterung, der sich oft zuerst durch Niesen, Nasenausfluss oder stumpfes Gefieder zeigt. Ältere Venezuela-Amazonen neigen bei fettreicher Kost zu Arteriosklerose. Aspergillose steht im Zusammenhang mit feuchter Einstreu und schlechter Belüftung. Wiegen Sie wöchentlich auf einer Grammwaage, lassen Sie den Vogel jährlich von einem vogelkundigen Tierarzt mit gelegentlicher Blutuntersuchung untersuchen und halten Sie Neuzugänge 30 bis 45 Tage getrennt in Quarantäne, mit tierärztlicher Untersuchung auf Circovirose, Aviäres Bornavirus und Chlamydiose. Jede Erkrankung gehört in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes, nicht in Eigenbehandlung.
Mit pelletbasierter Ernährung, viel Gemüse, wöchentlichem Wiegen und jährlicher Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt sind 35 bis 50 Jahre realistisch, manche Vögel werden älter. Mit Körnern gefütterte Tiere sterben oft viel früher an Fettleber, Arteriosklerose oder Infektionen infolge von Vitamin-A-Mangel. Wer eine Venezuela-Amazone kauft, sollte ihre Versorgung über mehrere Jahrzehnte planen.
Beides trifft zu. Die meisten lernen eine ordentliche Zahl an Wörtern und Sätzen und ahmen Haushaltsgeräusche nach, die Begabung ist aber individuell verschieden. Ihre Kontaktrufe sind schrill und tragen weit, und ein lautes Rufkonzert in der Abenddämmerung ist für die Art normal. Eine leise Amazone ist sie nicht, in Reihen- oder Doppelhäusern hören die Nachbarn mit.
Für gut vorbereitete Einsteiger kann sie passen, wenn sie sich gründlich mit Amazonen beschäftigt haben, dort wohnen, wo Lärm kein Problem ist, und täglich mehrere Stunden Zeit haben. Sie ist nachsichtiger als ein Ara, Kakadu oder Graupapagei, beißt in hormonellen Phasen aber kräftig, braucht eine sorgfältig kontrollierte Ernährung und lebt Jahrzehnte. Bestehen daran Zweifel, wählen Sie eine kleinere Art.
Mindestens 90 x 60 x 120 cm (B x T x H) mit 1,9 bis 2,5 cm Gitterabstand, aus Edelstahl oder hochwertig pulverbeschichtetem Stahl statt verzinktem Draht. Ergänzen Sie Naturäste unterschiedlicher Stärke, einen separaten Freisitz und sichere Verschlüsse. Der Käfig ist ein Rückzugsort für den Vogel und kein Ersatz für die tägliche Zeit außerhalb.
Achten Sie auf den ausgebreiteten Flügel: Die Venezuela-Amazone hat orangefarbene Federn im Flügelspiegel, die Blaustirnamazone rote, oft zusätzlich Rot oder Gelb am Flügelbug. Der Schnabel der Venezuela-Amazone ist hornfarben mit dunkler Spitze, der der Blaustirnamazone dunkelgrau bis schwarz. Außerdem ist die Venezuela-Amazone kleiner und leichter. Prüfen Sie, ob in den Papieren Amazona amazonica steht.