Die Blaustirnamazone (Amazona aestiva) ist eine große Amazone aus den Trockenwäldern Boliviens, Paraguays, Nordargentiniens und Brasiliens. Sie ist grün mit blauer Stirn, individuell verschieden gefärbtem gelbem Gesicht, rotem Flügelspiegel und dunkelgrauem bis schwarzem Schnabel. Erwachsene Vögel sind etwa 35 bis 37 cm groß, wiegen rund 350 bis 500 g und werden häufig 40 bis 60 Jahre alt. In Europa gehört sie zu den beliebtesten Amazonen, weil sie verspielt ist und oft gut spricht. Sie ist aber laut, nimmt leicht zu und kann in der hormonellen Phase im Frühjahr kräftig beißen. Die Art steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung.
Blaustirnamazonen kommen im Osten Boliviens, in Paraguay, im Norden Argentiniens sowie im mittleren und östlichen Brasilien vor. Anders als viele Amazonen leben sie in eher trockenen Landschaften: im Chaco-Trockenwald, in der Cerrado-Savanne, im Caatinga-Buschland, in Palmenhainen und in Galeriewäldern an Flüssen. Sie brüten in Baumhöhlen und sammeln sich außerhalb der Brutzeit an lauten Gemeinschaftsschlafplätzen. Jahrzehntelang gehörte die Art zu den am stärksten gehandelten Papageien, und große Mengen Nestlinge und Altvögel wurden für den Export gefangen, was die Bestände in Teilen des Verbreitungsgebiets verringert hat. Meist werden zwei Formen unterschieden: die Nominatform und xanthopteryx, die am Flügelbug oft Gelb statt Rot zeigt.
Erwachsene Tiere sind etwa 35 bis 37 cm groß und wiegen meist rund 350 bis 500 g. Aussagekräftiger als jede Tabelle ist das ermittelte Normalgewicht Ihres eigenen Vogels. Blaue Stirn und gelbes Gesicht variieren so stark, dass keine zwei Vögel genau gleich aussehen, und der Gelbanteil nimmt mit dem Alter oft zu. Altvögel haben eine orangefarbene Iris, Jungvögel eine dunklere. Der Schnabel ist dunkelgrau bis schwarz, was die Art von der Venezuela-Amazone unterscheidet. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt, das Geschlecht lässt sich nur per DNA-Test oder Endoskopie bestimmen. Bei guter Haltung sind 40 bis 60 Jahre realistisch, einzelne Vögel wurden älter.
Blaustirnamazonen sind aufgeschlossen, verspielt und Besuchern gegenüber meist selbstbewusst. Viele werden gute Sprecher mit klarer Stimme und einer Vorliebe für Lieder und Lachen. Sie sind aber auch laut: Rufphasen morgens und abends sind normal und lassen sich nicht abtrainieren, und eine aufgeregte Blaustirnamazone ist auch außerhalb des Hauses zu hören. Vor allem Männchen können im Frühjahr besitzergreifend und aggressiv werden, und Jungvögel testen mit Imponiergehabe ihre Grenzen. Sie passt zu erfahrenen oder gründlich vorbereiteten Haltern mit freistehendem Haus und der Geduld, hormonelle Phasen zu begleiten. Ungeeignet ist sie für Wohnungen, Haushalte, die einen leisen Vogel wünschen, Halter, die tagsüber nie zu Hause sind, und Familien, die erwarten, dass jeder den Vogel anfassen kann.
Für einen Vogel, der täglich mehrere Stunden außerhalb verbringt, liegt das Minimum bei etwa 90 x 70 x 120 cm (B x T x H) mit 2 bis 2,5 cm Gitterabstand und mindestens 3 mm Drahtstärke. Edelstahl oder hochwertige Pulverbeschichtung ist sicherer als verzinktes Gitter, das Zinkvergiftungen auslösen kann. Blaustirnamazonen zernagen Sitzstangen, Näpfe und Spielzeug schnell, planen Sie daher regelmäßig neue Naturäste ein. Weil sie gern still sitzen und fressen, stellen Sie Futter und Wasser an entgegengesetzte Enden, damit der Vogel klettern muss. Stellen Sie den Käfig nicht in die Küche, in Zugluft oder pralle Sonne und mit einer Seite an eine Wand. Eine gut gesicherte Außenvoliere im Sommer bietet zusätzlich wertvolle Bewegung.
Blaustirnamazonen sind berüchtigt dafür, zuzunehmen, vor allem mit den sonnenblumenlastigen Mischungen, die früher üblich waren. Grundlage ist ein hochwertiges Pelletfutter mit etwa zwei Dritteln der Ration, den Großteil des Rests bildet Gemüse: Möhre, rote und orangefarbene Paprika, Brokkoli, gegarter Kürbis und dunkles Blattgemüse liefern die Vorstufen von Vitamin A, an denen es dieser Art oft mangelt. Obst gibt es in kleinen Mengen. Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und andere Nüsse gehören ins Training und werden von der Tagesmenge abgezogen. Die Umstellung eines körnerverwöhnten Vogels auf Pellets muss schrittweise und unter Gewichtskontrolle erfolgen, weil manche Vögel neues Futter verweigern, bis sie gefährlich abgenommen haben. Avocado, Schokolade, Koffein, Alkohol und Salziges sind tabu.
Planen Sie täglich mindestens drei Stunden Freiflug und Beschäftigung ein. Blaustirnamazonen sind aktiv und neugierig, solange man sie fordert, werden vor einem vollen Napf aber träge und dick. Bringen Sie sie in Bewegung: Ermöglichen Sie Flug in einem sicheren Raum, nutzen Sie Kletternetze und hängen Sie Spielzeug in unterschiedlichen Höhen auf. Sorgen Sie für ständigen Nachschub an Weichholz, Kork, Karton und Palmblättern zum Zerlegen und lassen Sie den Vogel einen Teil seiner Pellets erarbeiten. Die meisten lieben Wasser und baden mehrmals pro Woche in einer flachen Schale oder unter der Dusche. Ihre Freude an Geräuschen und Spiel macht die Beschäftigung leicht, ein gelangweilter Einzelvogel schreit aber oft oder beginnt, sich zu rupfen.
Die Blaustirnamazone steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97. Für den Verkauf innerhalb der EU ist keine Artikel-10-Bescheinigung nötig, der Verkäufer muss aber die legale Herkunft nachweisen können. Weil gerade diese Art lange in großer Zahl der Natur entnommen wurde, sollten Sie nach Unterlagen wie Zuchtnachweisen, einem früheren Kaufvertrag oder Einfuhrpapieren fragen und prüfen, ob die Ring- oder Mikrochipnummer übereinstimmt. Seit 2007 erlaubt die EU keine Einfuhr wild gefangener Vögel für den Heimtierhandel mehr. In Deutschland ist die Haltung geschützter Arten in der Regel der zuständigen Naturschutzbehörde anzuzeigen; klären Sie die aktuellen Vorgaben dort.
Blaustirnamazonen lernen begeistert und lassen sich gut mit Futter motivieren; Zielstab-, Platz- und Rückruftraining gelingen meist gut. Sie eignen sich auch hervorragend für Übungen, die tierärztliche Behandlungen erleichtern, etwa freiwillig auf die Waage steigen, ein Handtuch akzeptieren oder einen Fuß hinhalten. Das zahlt sich über Jahrzehnte aus. Halten Sie die Einheiten kurz, belohnen Sie aus der abgemessenen täglichen Nussration und kraulen Sie nur Kopf und Nacken. Viele Männchen durchlaufen in der Jugend eine Imponierphase und jedes Frühjahr eine hormonelle Zeit. Achten Sie auf verengte Pupillen und gefächerten Schwanz, geben Sie dem Vogel dann Abstand und reagieren Sie niemals mit Strafe.
Übergewicht und Fettleber sind die wichtigsten vermeidbaren Probleme, verursacht durch körnerlastige Fütterung und frei verfügbare Nüsse; Blaustirnamazonen sind häufig betroffen, oft auch mit Fettgeschwülsten (Lipomen). Vitamin-A-Mangel führt zu wiederkehrender Sinusitis und schlechtem Gefieder. Ältere Vögel entwickeln bei fettreicher Kost Arteriosklerose. Aspergillose folgt auf schlechte Belüftung. Weibchen legen mitunter ständig Eier, wenn lange Tage, gehaltvolles Futter und nestähnliche Verstecke zusammenkommen. Wiegen Sie wöchentlich auf einer Grammwaage, lassen Sie den Vogel jährlich von einem vogelkundigen Tierarzt mit gelegentlicher Blutuntersuchung untersuchen, halten Sie Neuzugänge 30 bis 45 Tage getrennt in Quarantäne und gehen Sie bei Krankheitszeichen umgehend zum Tierarzt.
Mit pelletbasierter Ernährung, rationierten Nüssen und Saaten, täglicher Bewegung und jährlicher Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt sind 40 bis 60 Jahre realistisch, einzelne Tiere wurden älter. Viele sterben jedoch deutlich früher an Übergewicht, Fettleber und Arteriosklerose nach Jahren mit Körnerfutter. Eine junge Blaustirnamazone kann ihren Halter überleben, regeln Sie ihre Zukunft deshalb rechtzeitig.
Viele sind ausgezeichnete Sprecher mit klarer Stimme und übernehmen oft Lieder, Lachen und Haushaltsgeräusche. Die Begabung ist jedoch unterschiedlich, eine Garantie gibt es nicht. Laut sind sie in jedem Fall: Rufphasen in der Morgen- und Abenddämmerung gehören zum normalen Verhalten, und ein aufgeregter Vogel ist weit über das Zimmer hinaus zu hören. Für Wohnungen mit nahen Nachbarn sind sie nicht geeignet.
Nur für Einsteiger, die sich ernsthaft vorbereitet haben und viel Zeit, Platz und Toleranz für Lärm mitbringen. Blaustirnamazonen sind robuster als Graupapageien oder Kakadus, doch hormonell aufgeladene Männchen beißen kräftig, die Ernährung muss streng kontrolliert werden, und der Vogel kann 40 bis 60 Jahre alt werden. Für die meisten Anfänger ist eine kleinere Art der realistischere Einstieg.
Mindestens 90 x 70 x 120 cm (B x T x H) mit 2 bis 2,5 cm Gitterabstand und mindestens 3 mm Drahtstärke, aus Edelstahl oder hochwertig pulverbeschichtet. Das setzt täglich mehrere Stunden Freiflug voraus. Stellen Sie Futter und Wasser getrennt auf, damit sich der Vogel bewegt, und ersetzen Sie zernagte Äste regelmäßig.
In freier Natur fliegen sie weite Strecken zwischen ihren Futterquellen. In der Wohnung sitzen viele neben einem Napf mit Sonnenblumenkernen und Erdnüssen, die viel Fett und kaum Vitamin A enthalten. Die Folgen sind Gewichtszunahme, Fettleber und Fettgeschwülste. Füttern Sie Pellets und Gemüse, geben Sie Saaten und Nüsse nur als Belohnung, fördern Sie Flug und Klettern und wiegen Sie Ihren Vogel wöchentlich auf einer Grammwaage.